Erinnerungsorte jüdischen Lebens in Vreden
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Ernst Wolff

Ernst Wolff nach 1945. Foto: Jüdische Gemeinde, Winterswijk.

3. Mai 1906 in Vreden – 3. Februar 1996 in Winterswijk/Niederlande

Ernst Wolff wurde am 3. Mai 1906 als zweites Kind von Samuel und Amalie Wolff in Vreden geboren. 

Im Frühjahr 1916 besuchte er die Vredener Rektoratsschule und verließ diese vier Jahre später. Wie sein Vater ergriff er den Beruf des Viehhändlers. Da dieser schon 1919 tödlich verunglückt war, musste Ernst früh Verantwortung für den Lebensunterhalt der Familie übernehmen.  

Am 10. November 1938, unmittelbar nach der Reichspogromnacht, floh er nach Holland, was dazu führte, dass Ernst Wolff die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt wurde.

Seit dem 18. April 1940 war Ernst Wolff im Lager Westerbork interniert. Dort war er in der Administration beschäftigt und arbeitete als Fuhrmann. So überlebte er das Lager Westerbork und wurde dort am 12. April 1945 befreit. 

Ernst Wolff wohnte nach Kriegsende in Winterswijk und ging dort seinem Beruf des als Viehhändlers  nach. Die Einladung zu dem Heimatbesuch jüdischer Vredener 1989 lehnte er ab und kehrte sein Leben lang nicht mehr nach Vreden zurück. 

Er war im Alter fast erblindet und lebte von Fürsorgemitteln. Wenige Wochen vor seinem Tod wurde ein Gespräch mit ihm aufgezeichnet, in dem er über seine Flucht aus Vreden und seine Zeit im Konzentrationslager Westerbork sprach. 

Mit fast 90 Jahren starb er am 3. Februar 1996 in Winterswijk.

Anfang 1997 wurde auf Initiative von Schüler:innen der St.-Georg-Hauptschule in Vreden und ihrer Lehrerin Sixtina Harris ein Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Winterswijk für Ernst Wolff aufgestellt.