Erinnerungsorte jüdischen Lebens in Vreden
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Orte
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Fritz Mogendorff

Foto: Stadtarchiv Vreden FAHV 9619

1. Dezember 1920 Vreden – 10. Juni 1998 Montevideo, Uruguay

Fritz Mogendorff war das älteste Kind von Hermann und Ida Mogendorff geb. Katz. 

In Vreden besuchte er die Rektoratsschule bis Ostern 1936, wechselte dann ans Gymnasium nach Borken, wo er sein Einjähriges ablegte. Danach besuchte er das Jüdische Gymnasium in Köln, welches ihm damals noch offenstand. Er erlangte die Hochschulreife durch weitere Prüfungen in Frankfurt und bereitete sich auf die Aufnahmeprüfung für die Universität in Cambridge vor. 

In der Pogromnacht reiste er von Dortmund nach Vreden und wurde in Stadtlohn verhaftet. Erst nach acht Tagen wurde er freigelassen. Nach seinen eigenen Angaben ist er nur durch Eingreifen eines wohlgesonnenen lokalen Polizeibeamten der Deportation durch die SS entkommen. Sein Elternhaus in Vreden war verwüstet worden. Einkäufe konnten die jüdischen Familien nur noch nachts vornehmen. 

Er unternahm mindestens einen Fluchtversuch über die niederländische Grenze mit seiner jüngeren Schwester Hanna und seinem Cousin Heinz Mogendorff, der jedoch scheiterte. Schließlich gelang ihm allein die Flucht in die Niederlande. Seine Abmeldung datiert auf den 30. Dezember 1938. In den ersten Tagen war er in einem Flüchtlingslager am Hafen von Rotterdam interniert. Anschließend war er für ein paar Monate in einer Unterkunft für Jugendliche in Den Haag untergebracht.  Bis zur Ausreise seiner Familie und der seines Onkels Ende Januar 1940 nach Montevideo, Uruguay, wohnte er in der Einrichtung ‚Het Dommelhuis‘ in Eindhoven.

Ein Studium konnte er nicht mehr aufnehmen. In Montevideo betrieb er gemeinsam mit seinem Bruder Ernst einen Obst- und Gemüsegroßhandel. Er heiratete Clara Ellen Haas und sie bekamen zwei Söhne. Er blieb Vreden sehr verbunden.

Fritz Mogendorff starb am 10. Juni 1998 in Montevideo, Uruguay.